Farewell und Auf Wiedersehen, 2011
31/12/2011
Eigentlich passt es ganz gut, dass wir uns heute vom Jahr 2011 verabschieden. Weil für mich das Jahr 2011 das Jahr des Abschieds war, in vielerlei Hinsicht. Und auf vielerlei Arten. Und ich bin definitiv kein Fan von Trennungen. Auch nicht von schlechten Gegenständen.
Da sind zuerst die harmloseren Geschichten wie das Loslassen von Altlasten und unnötigem Ballaststoff in Form von über 15 kg Kleidung und Kleinkram zwecks Verbesserung der Lebensqualität. Der Krempel vegetierte noch seit meinem Einzug vor zwei Jahren in den Umzugskisten dahin und wurde jetzt zugunsten (m)eines cleanen Chi endgültig rausgekickt. Oder das Ende meiner absolutistischen Alleinregierung in meiner Wohnung und in meinem Alltag. T. ist zwar nicht komplett eingezogen, und ich ziehe immer noch oft mit meinen Freunden nachts um die Häuser, aber Sie wissen schon, was ich meine. Tschüs, Egoismus, tschüs, Kompromisslosigkeit, ciao mein geliebtes egozentrisches Weltbild, schön war es mit dir. Auf Wiedersehen, Vernunft, auf Wolke soundso brauch ich dich manchmal wirklich nicht. Das sind die erfreulichen Trennungen.
Und dann gibt es die unerfreulichen. Die endgültigen und schmerzhaften Abschiede, wenn jemand stirbt. Dem Kindsein endgültig und wehmütig baba sagen, wenn man wenige Wochen nach dem Begräbnis der Großmutter den eigenen Vater im Krankenhaus besuchen darf. Es gibt den lang überlegten und schweren Abschied vom sicheren Arbeitsplatz, für den man sich bewusst entscheiden muss, wenn der unerträgliche Stillstand einen aufzufressen droht. Oder die kurzen aber qualvollen Abschiede auf Zeit, wenn Freunde und KollegInnen, mit denen man tagein, tagaus Platz, Tratsch und Alltagsprobleme geteilt hat, das Unternehmen, die Stadt oder gleich den Kontinent wechseln. Und es gibt die schleichenden und stillen, aber oft unvermeidbaren Abschiede von Freunden, wenn man feststellt, dass man nicht mehr zu deren Leben dazugehört und auch sie nicht mehr an meinem Leben teilhaben.
2012 will ich nicht mehr Adieu sagen wollen. Höchstens “auf Wiedersehen”. Und ganz ganz viele Hallo’s. Zu Menschen, Projekten, Herausforderungen und überhaupt. Ich fang gleich mal an. Hello 2012! Bitte, bitte, sei ein gutes, liebes Jahr!!!